Die Entwicklung von Embryonen durch Verwendung von Eizellen, die durch Vitrifikation gefriergelagert werden, ist ebenso wirksam wie die Entwicklung von Embryonen aus frischen Eizellen. Die Kryokonservierung von Eizellen ist bei der assistierten Befruchtung von enormer Bedeutung, insbesondere im Fall von Eizellenspenden, wenn kein Samen des Mannes vorhanden ist, im Fall einer Krebserkrankung oder in höheren Altersgruppen, wenn die Fruchtbarkeit aufrechterhalten werden soll.

Die Kryokonservierung von Embryonen und Eizellen durch Vitrifikation ist in den letzten Jahren entstanden und stellt eine sichere Methode zur Gefrierlagerung dar, die bereits beeindruckende Wirksamkeit und hohe Auftauerfolgsraten demonstriert hat. Mit der Vitrifikationsmethode dauert das Auftauen nur wenige Minuten, ohne dass die Eizelle/der Embryo dem langen Auftauprozess unterzogen werden muss, der bis vor kurzem die übliche Methode zur Kryokonservierung war.

Das Tiefgefrieren von Eizellen war bis vor einigen Jahren aufgrund ihrer hohen Zerbrechlichkeit nicht möglich. Mit der Methode der Vitrifikation werden Eizellen heute erfolgreich tiefgefroren. Jede Frau kann fünf bis zehn Eizellen (so viele sind in der Regel für eine erfolgreiche Anwendung der Methode erforderlich) einfrieren lassen und sie zu einem späteren Zeitpunkt verwenden, wenn ihre körpereigenen Eizellen aus irgendeinem Grund nicht mehr befruchtet werden können.

Tiefgefrierung von Eizellen und Embryonen
In den Ländern, in denen die Vitrifikation genutzt wird, sind inzwischen über 1 400 Kinder auf die Welt gekommen, und Griechenland ist das sechste Land weltweit und das dritte Land in Europa, in dem mithilfe dieser Methode ein Kind geboren wurde. Ein wichtiger Vorteil der Methode ist ihre Anwendung im Fall einer bevorstehenden Chemo- oder Strahlentherapie, die zu einer Schädigung der Eierstöcke und vorzeitigem Beginn der Wechseljahre führen kann. Die Frau kann vor der o. g. Therapie die Vitrifikation ihrer Eizellen vornehmen lassen, die sie dann später verwendet, wenn nach Abschluss der Chemotherapie die Medikamentenkonzentration in ihrem Körper wieder Werte erreicht, die eine sichere Schwangerschaft zulassen.

In moralischer Hinsicht liegt der größte Vorteil darin, dass die Eizellen vernichtet werden können, falls die Frau sie niemals benötigt, ohne sich mit dem ethischen Dilemma der Vernichtung befruchteter Embryonen auseinandersetzen zu müssen. Dasselbe ethische Dilemma entsteht auch im Fall einer Trennung des Paares oder wenn einer der Partner stirbt.

Bei der Vitrifikation wird ein biologisches Material „verglast“ und erhält somit eine Form, die frei von Kristallstrukturen ist. Für diese Form der Tiefgefrierung wird eine Schutzsubstanz in erhöhter Konzentration verwendet und gleichzeitig sehr schnell die Temperatur gesenkt. So wird die Eizelle vor den möglichen Auswirkungen der Schutzsubstanz geschützt und gleichzeitig das übermäßige Austrocknen vermieden. Außerdem – und dies ist besonders wichtig – besteht nicht die Gefahr, dass sich im Inneren der Eizelle Eiskristalle bilden.